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18.09.2009

Spielearchäologie in Kooperation mit Humboldt Universität

In Kooperation mit dem Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin wird eines der Schatzstücke unserer Sammlung restauriert: ein Virtual Reality System der englischen Firma Virtuality Group Plc aus dem Jahr 1994. Dabei handelt es sich um zwei Einheiten des Typs SU2000 (eine Master, eine Slave), in denen je ein Spieler in einem virtuellen Spielfeld gegen den anderen antreten kann. Gesteuert wird das Spiel durch die Körperbewegungen der Spieler, die das Geschehen mit Hilfe einer Brille (Head Mounted Display) in 3D erleben. Erhältlich waren die Spiele "Pac Man", "Virtuality Boxing", "Zone Hunter" und "Dactyrl Nightmare SP", die ebenfalls Teil unserer Sammlung sind.
Die Geräte sind die ersten Virtual Reality Produkte, die für die breite Masse hergestellt wurden. Zuvor hatte Virtuality die Systeme ab 1991 an Firmen wie British Telecom Research Laboratories, Ford, IBM oder Mitsubishi verkauft.

Die Restauration ist zentraler Bestandteil eines Seminars im WS 09/10. Die Studenten bekommen dabei die Möglichkeit, Methoden der digitalen Langzeitarchivierung praktisch zu erproben und wissenschaftlich zu evaluieren. Wir freuen uns, dass wir über die Kooperation mit der Humbold Universität die im Augenblick nicht funktionstüchtigen Automaten wieder fit bekommen und so in zukünftigen Ausstellungen interaktiv zugänglich zeigen können. Gerade der Boom aktueller, durch bloße Körperbewegung zu steuernder Spiele und das Revival von 3D Bewegtbildern erweitert die historischen Bedeutung der populären Anfänge dieser Technik um eine aktuelle Perspektive.
 
Bild: SU2000 (Virtuality (UK), 1994)