Veranstaltung

Klassiker des Monats: LandStalker - Die Schätze von König Nolo (1992)

Dienstag, 1. Oktober, 2019
Präsentiert von Ayumi Manuela Reichel

LandStalker ist ein 1992 in Japan auf dem Mega Drive erschienenes Action-Rollenspiel des Entwicklerstudios Climax Entertainment. 1993 folgten die Veröffentlichungen in Nordamerika und in Europa. Der Game Director war Kenji Orimo. Für das Charakterdesign war Yoshitaka Tamaki verantwortlich und den Soundtrack steuerte Motoaki Takenouchi bei.

Segas LandStalker galt seinerzeit als Konkurrenzprodukt zum 1991 auf dem Super Nintendo Entertainment System veröffentlichten The Legend of Zelda: A Link to the Past.
Beide Titel spielen in einem High-Fantasy-Setting und es wird nur ein Spielercharakter gesteuert. Die Darstellung erfolgt in Draufsicht, bzw. bei LandStalker im Konkreten in isometrischer Perspektive. Beide Geschichten erzählen von den Abenteuern eines spitzohrigen Jünglings, der von Feen unterstützt wird. Bewaffnet mit einem Schwert bezwingen LandStalkers Nigel (in Japan Ryle und in Deutschland Niels genannt), bzw. Link aus The Legend of Zelda gefährliche Kreaturen, erkunden Kerker und lösen Rätsel. Auf ihren Reisen finden sie magische Gegenstände, die es ihnen ermöglichen, bisher unbekannte Areale der Spielwelt zu erreichen. Dies mag trivial erscheinen, weil solche Elemente sich in etlichen Fantasy-Geschichten wiederfinden. Anfang der 1990er war die Auswahl vergleichbarer Action-Rollenspiele auf dem Konsolenmarkt allerdings beschränkt – es existierten nahezu ausschließlich Roguelikes oder Sidescroller-Action-RPGs.

Was zeichnet nun LandStalker im Gegensatz zu The Legend of Zelda: A Link to the Past aus und macht es zu etwas ganz Besonderen, im Speziellen für mich?

Im Vergleich zur The Legend of Zelda-Reihe, deren Handlungsstrang das Klischee klassischer Heldenepen bedient, beschreitet LandStalker einen anderen Weg. Nigel ist weder an der Rettung holder Damen in Not interessiert noch muss er einen finsteren Widersacher niederstrecken, sondern er ist Schatzsucher. Auch wirkt das Spiel erwachsener, was sich vor allem in der unzensierten japanischen Version zeigt. Darüber hinaus wandert der Charakter von einem Ort zum nächsten, anstatt eine Art Hauptumschlagsbasis zu haben. All diese Faktoren erzeugen das Gefühl einer Abenteuerreise. Die 3/4-Perspektive ist ebenfalls Grund für einige Alleinstellungsmerkmale. Neben der für die damalige Zeit herausragenden grafischen Präsentation, ermöglicht diese Darstellungsweise, dass die Spielfigur sich frei in der dritten Dimension bewegt. Der Held kann springen, wodurch sich zusätzliche Optionen zur Gestaltung von Rätseln und Geschicklichkeitsaufgaben ergeben.

Leider gab es kein Sequel oder Remake dieses zeitlosen Klassikers. Es erschienen lediglich geistige Nachfolger, die jedoch nie den Charme und die Finesse des Originals besaßen. Auch heute, nach über 25 Jahren, höre ich mir nostalgisch den 16-Bit-Soundtrack an, erfreue mich an den wunderschönen Illustrationen oder spiele dieses Meisterwerk. LandStalker ist eine Perle der Videospielgeschichte und wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen.
Ort: Computerspielemuseum
Tag: 1. Oktober, 2019
Zeit: 14:33 Uhr
Kontakt
Computerspielemuseum
Karl-Marx-Allee 93a
10243 Berlin

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